eCommerce online

Shopping im Internet boomt. Verbraucher in Deutschland bestellen ihre Waren immer häufiger im WWW – ganz egal ob Kleidung, Elektroartikel oder Möbel. Denn für den Einkauf im Netz läuft man sich weder die Füße wund, noch muss man die Waren nach Hause schleppen oder gar einen Transport organisieren. Die Bestellung ist mit wenigen Klicks erledigt – in Kinderspiel quasi. Wäre da nicht das Bezahlen. Spätestens wenn man mit dem virtuellen Warenkorb zur Kasse geht, bekommen viele ein flaues Gefühl im Magen. Denn: Die Deutschen lieben Sicherheit. Und viele haben gehört, gelesen oder im Fernsehen gesehen, wie schnell Betrüger ahnungslose Käufer beim Online-Shopping abzocken.

Privatsphäre schützen dank Bestellen auf RechnungWo liegen die Risiken?

Das größte Sicherheitsrisiko beim Einkauf im Netz sind die persönlichen Daten. Bezahlt man mit Kreditkarte oder per Bankeinzug, können diese unter Umständen selbst bei einer verschlüsselten Verbindung in die falschen Hände geraten (Stichwort „Daten-Skandale/Heartbleed“). Wer also nicht per Nachname bezahlen und dafür teure Gebühren in Kauf nehmen will, bestellt auf Rechnung. Dabei muss der Kunde lediglich seinen Namen und seine Adresse angeben. Und selbst wenn der Käufer den geforderten Betrag später auf das Konto des Verkäufers überweist, sieht dieser nur den Namen und den Verwendungszweck. Immer mehr Händler verzichten inzwischen außerdem auf eine Schufa-Abfrage – und somit auf einen Transfer weiterer (persönlicher) Daten.

Mehr Privatsphäre und Sicherheit als beim Kauf auf Rechnung ist online also nicht möglich. Die Deutschen scheinen das zu wissen, denn ein ums andere Jahr wird von Marktforschungsinstituten ermittelt: Die Bundesbürger ziehen den Kauf auf Rechnung jeder anderen Zahlungsmethode vor – und zwar bei Weitem. Das geht sogar so weit, dass im Schnitt etwa 30 Prozent der Kunden ihren Einkauf abbrechen, wenn der Online-Shop ihnen nicht die Möglichkeit bietet, auf Rechnung zu bezahlen.

Sicherheit geht vor

Ein weiterer Sicherheitsaspekt beim Kauf auf Rechnung ist das Prinzip „erst die Ware, dann das Geld“. Der Kunde bekommt die bestellten Artikel nach Hause geliefert und kann sie eingehend prüfen. Dafür hat er in der Regel 14 Tage und manchmal sogar länger Zeit. Entspricht die Ware der angepriesenen Qualität? Liefert das Produkt die erwarteten Ergebnisse? Nur wenn der Käufer zufrieden ist und den oder die Artikel tatsächlich behält, muss er sie auch bezahlen. Sonst kann er sie als Retoure einfach zurückschicken. Besteht die Lieferung aus mehreren Artikeln und gefallen dem Käufer nur einige davon, geht ein Teil davon wieder zurück an den Verkäufer.

Bezahlt werden dann nur die Waren auf der Rechnung, die man behält. Der Händler trägt dabei das volle Risiko und der Kunde darf sich als König fühlen. Und das ist auch gut so. Denn bei anderen Zahlungsmethoden kommt es immer wieder vor, dass das Geld für die Retoure erst nach Wochen oder zum Teil auch nur als Einkaufsgutschein zurückerstattet wird. Diesen Ärger erspart man sich beim Kauf auf Rechnung. Und: Bestellt man beispielsweise per Vorkasse und gerät an den Falschen, steht man am Ende vielleicht sogar mit einem leeren Karton – oder ganz ohne Lieferung da. Auch das kann nicht passieren, wenn man im Internet auf Rechnung einkauft.

Markus Feck, Jurist bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, bringt es in einem Gespräch zum Thema Sicherheit beim Online-Shopping auf den Punkt: Der Kauf auf Rechnung „ist die ideale Form der Zahlung“.